Mitglieder berichten: Beitrag von Franziska Engel


Ich berichte Ihnen hier über das spezielle Geburtstagsgeschenk, das ich letztes Jahr bekam. Da ich seit August 2003 aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten darf, sagte mir jemand: "Geh auf den See - Wasser beruhigt." So kam ich, ein paar Tage bevor ich die Stelle verlor, nach Luzern, um eine Dampfschifffahrt zu machen.

  Das erste Dampfschiff, das ich dann sah, war das Flaggschiff DS «Stadt Luzern». Ich verliebte mich in dieses Schiff, weil es für mich den besten Kurs fährt. Denn ich komme aus Chur und muss zweieinhalb Stunden Zug fahren, bis ich in Luzern bin.

Ich sah mit der Zeit auch die anderen Dampfer, aber die «Stadt» blieb mein Liebling.
Im 2011 konnte ich wegen längeren Spital- und Reha-Aufenthalten die «Stadt» nur sehr kurze Zeit geniessen. Ich hatte in dieser Zeit fürchterliches "Heimweh", denn der See und die Dampfer - speziell die «Stadt» -  fehlten mir so.
Und da niemand weiss, wie lange ich noch auf den See kann, kam ich letztes Jahr im Gespräch mit dem Passagier Albert Gisler auf das Steuerhaus zu sprechen. Ich schaute sehnsüchtig auf die Brücke hoch und fragte mich, was Kapitän und Schiffsführer dort oben eigentlich alles so zu tun haben.

Im Gespräch sagte ich dann so nebenbei: "Das wäre ein schönes Geburtstagsgeschenk!"  Ich dachte aber nie daran, Kapitän Kuno Stein zu fragen. So hat das Albert Gisler gemacht und ich durfte am 20. September 2012 - einen Tag vor meinem Geburtstag - mit Albert Gisler zusammen das Steuerhaus besuchen.

 

Ich war ganz aufgeregt, als ich in Luzern um die «Stadt» bestieg, die den Kurs 13/24 (Luzern ab 11.12h - Luzern an 16.47h) fuhr. Auf der Rückfahrt von Flüelen - kurz nach Gersau - wurde ich vom Schiffsführer, Stefan Omlin, geholt. Auch Albert Gisler kam mit.
Oben im Steuerhaus staunte ich über die Technik, die zum Führen des Flaggschiffes dem Kapitän und dem Schiffsführer zur Verfügung stehen. Das An- und Ableg-Manöver in Beckenried verfolgten Albert Gisler und ich vom Steuerhaus aus. Es ist spannend zu sehen, wie die zwei Zeiger des Telegrafen rotieren. Ich machte auch Fotos des Schiffes. Denn aus dieser Perspektive sehen eigentlich nur Besatzungsmitglieder das Schiff.  Wir durften bis fast nach Vitznau oben mitfahren. Dann musste Kapitän Kuno Stein nach untern und wir auch.

Das war ein wirklich eindrückliches Geburtstags-Geschenk und wird mir immer in bester Erinnerung bleiben!

 

Bericht: Franziska Engel, Chur